Der Mund-Nasen-Schutz erschwert bei Men­schen mit Hör­be­ein­träch­ti­gung die Kom­mu­ni­ka­ti­on. Denn wer schlecht hört, benö­tigt trotz Hör­ge­rät oft die Mimik sowie die Mund- und Lip­pen­be­we­gung sei­nes Gegen­übers, um ein vol­les Hör­ver­ständ­nis zu erhal­ten. Außer­dem schluckt die Mas­ke den Schall: Die Spra­che wird lei­ser, die hohen Töne sind redu­ziert. Wir emp­feh­len, das Hör­ge­rät in Situa­tio­nen mit Mas­ke lau­ter zu stel­len.

Bei den meis­ten Hör­ge­rä­ten kann das der Betrof­fe­ne selbst machen”.

Ansons­ten soll­te man sich an sei­nen Akus­ti­ker wen­den. Bei moder­nen Hör­sys­te­men kann man auch zwei Pro­gram­me fest­le­gen, zwi­schen denen man schnell wech­seln kann: eines für Gesprä­che mit, das ande­re für Gesprä­che ohne Mas­ke.

Der Mund-Nasen-Schutz sorgt nicht nur dafür, dass Men­schen mit Hör­schwä­che ihre Gesprächs­part­ner noch schlech­ter ver­ste­hen, son­dern der Mund-Nasen-Schutz macht Hör­ge­schä­dig­te oft noch schwer­hö­ri­ger. Denn die Zahl der Betrof­fe­nen, die sich wegen verlo­ren gegan­ge­ner Hör­ge­rä­te mel­den, ist mit Coro­na gestie­gen. Schuld sind die Mas­ken. Bril­len­trä­ger ken­nen das Pro­blem: Beim Abneh­men des Mund-Nase-Schutzes vom Ohr ver­hed­dert sich gern ein Bänd­chen am Bril­len­bü­gel, dann beginnt eine hek­ti­sche Akti­vi­tät, damit die Bril­le nicht her­un­ter­fällt. Vor allem Gerä­te, die hin­ter dem Ohr getra­gen wer­den, sind stark gefähr­det. Bei Schwer­hö­ri­gen kann das Band des Mund-Nasen-Schutzes auch an den weni­gen Gramm leich­ten Hör­ge­rä­ten hän­gen blei­ben, sie fal­len dann zu Boden. Infol­ge der Hör­be­hin­de­rung nimmt der Trä­ger nicht gleich wahr und dann ist ein vie­le Hun­dert Euro teu­res Gerät schlicht weg. Wer so ein Gerät fin­det, kann dem betrof­fe­nen Men­schen hel­fen, es zurück­zu­be­kom­men. Denn jedes Hör­ge­rät hat eine regis­trier­te Num­mer. Sie ist ent­we­der auf­ge­druckt – manch­mal hin­ter der Batterie-Klappe – oder sie kann elek­tro­nisch aus­ge­le­sen wer­den. Das kann ein  Hör­ge­rä­te­a­kus­ti­ker her­aus­le­sen oder der Her­stel­ler des jewei­li­gen Gerä­tes. Der wird jedoch den Fin­der nicht über den Besit­zer infor­mie­ren, son­dern des­sen Händ­ler, der wie­der­um dem jewei­li­gen Betrof­fe­nen mit­teilt, in wel­chem Fund­bü­ro oder wel­chem Geschäft das Gerät abge­ge­ben wur­de.

Bevor Sie sich auf die Suche nach ihrem Hör­ge­rät machen, über­le­gen Sie in Ruhe, wann und wo Sie das Hör­ge­rät zuletzt hat­ten. Suchen Sie zuerst zu Hau­se. Viel­leicht ist das klei­ne Gerät ein­fach beim Aus­zie­hen eines Pul­lis in den Fasern hän­gen geblie­ben oder dabei aus dem Ohr gefal­len. Fin­den Sie das Gerät nicht in Ihrer Klei­dung und auch nicht auf dem Boden Ihrer Woh­nung, fra­gen Sie dort nach, wo Sie sich zuletzt auf­ge­hal­ten haben. Viel­leicht wur­de es bei Freun­den, in dem Geschäft oder dem Restau­rant gefun­den. Moder­ne Hör­ge­rä­te kön­nen mit einer soge­nann­ten­Tracking­funk­ti­on aus­ge­stat­tet sein. Dann kön­nen Sie mit­tels der Smartphone-App das ver­lo­re­ne Hör­ge­rät sozu­sa­gen orten. Fra­gen Sie not­falls ihren Hör­akus­ti­ker, ob Ihre Gerä­te das unter­stüt­zen. Wenn alles nicht hilft spre­chen Sie nun zuerst mit Ihrem Hör­ge­rä­te­a­kus­ti­ker. Die­ser kann Ihnen in den meis­ten Fäl­len Ersatz- oder Leih­ge­rä­te zur Ver­fü­gung stel­len. Even­tu­ell haben Sie selbst auch noch Alt­ge­rä­te in der Schub­la­de, die Ihnen der Akus­ti­ker vor­über­ge­hend wie­der fit machen kann. Wahr­schein­lich muss eine wenigs­tens pro­vi­so­ri­sche Anpas­sung vor­ge­nom­men wer­den.

Wenn das Hör­ge­rät nicht mehr auf­taucht – Wer über­nimmt dann die Kos­ten?

Zunächst mal die schlech­te Nach­richt: Sie haben die Gerä­te (das Gerät) ver­lo­ren und müs­sen zunächst ein­mal dafür gera­de­ste­hen. Viel­leicht haben Sie aber auch eine Hör­ge­rä­te­ver­si­che­rung, dann müs­sen Sie den Scha­den dort mel­den. Es lohnt sich auch ein Blick in die Poli­ce der Hausrat- oder Haft­pflicht­ver­si­che­rung, viel­leicht ist der Ver­lust dort abge­deckt.

Jetzt die gute Nach­richt: Oft kön­nen Sie Glück haben, und Ihre Kran­ken­kas­se über­nimmt einen Teil der Kos­ten oder in vol­ler Höhe. Das ist aber immer von der Kran­ken­kas­se abhän­gig. Am Anfang soll­te die Ver­lust­an­zei­ge über das ver­lo­re­ne Hör­ge­rät bei der Kran­ken­kas­se ste­hen. Dann besor­gen Sie sich eine Ver­ord­nung vom HNO-Arzt auf der steht, dass das Hör­ge­rät ver­lo­ren wur­de. Las­sen Sie beim Hör­akus­ti­ker eine neue Hör­prü­fung durch­füh­ren und sich beschei­ni­gen, dass das Gerät ver­lo­ren wur­de. Stel­len Sie nun einen Antrag auf Kos­ten­über­nah­me für ver­lo­re­ne Hör­ge­rä­te und legen Sie die­se Unter­la­gen bei. Schil­dern Sie, dass die Suche ohne Ergeb­nis ver­lau­fen ist. Das alles kön­nen Sie gemein­sam mit dem Hör­akus­ti­ker erle­di­gen, der dann die Unter­la­gen über die ver­lo­re­nen Hör­ge­rä­te für Sie ein­reicht. Es dau­ert eini­ge Tage oder sogar zwei, drei Wochen, bis die Kran­ken­kas­se ent­schie­den hat. Haben Sie ein Hör­ge­rät ver­lo­ren und es war schon älter als 6 Jah­re, steht Ihnen sowie­so eine erneu­te Kos­ten­be­tei­li­gung der Kran­ken­kas­se zu. Dann besor­gen Sie sich eine Ver­ord­nung vom ihrem HNO-Arzt und kön­nen damit gleich zum Hör­akus­ti­ker gehen, der alles Wei­te­re in die Wege lei­tet.

Quel­le: PM För­der­kreis zur Inte­gra­ti­on von Schwer­hö­ri­gen und Ertaub­ten e.V.