Kennt ihr das auch?
Es ist Montagmorgen, und eigentlich klingeln euch die Ohren noch von der anstrengenden letzten Woche.
Dass es ein Wochenende gegeben hat, scheint in eurem Körper nicht angekommen zu sein.
Im Gegenteil: ihr fühlt euch kaputt und habt keine Lust zu gar nichts.
Mir jedenfalls ging es heute Morgen so.
Aber dann habe ich mir einen Becher Kaffee eingeschenkt.
Und mir den Becher das erste Mal, seitdem ihn mir meine zweitjüngste Tochter geschenkt hat, genauer angesehen.
Hier ist er, versehen mit der Überschrift: ‚Von Herzen für dich‘.

Ich habe langsam meinen Kaffee getrunken und mir dabei die vielen aufgedruckten Begriffe angesehen- also alles, was meine zweitjüngste Tochter mir mit dem Becher von Herzen wünscht.
Am besten haben mir dabei die Worte: ‚warme Füße‘ gefallen. Aber auch ‚Marienkäfer‘ und ‚einen Apfel am Tag‘ fand ich richtig gut.
Und dann stand da noch: ‚schöne Gedanken‘.
Diese beiden Worte wirkten wie eine Aufforderung an mich:
‚Mach‘ dir an diesem Montagmorgen schöne Gedanken!‘
Genau das habe ich getan, und mit einem Mal den ‚blauen Himmel‘ gesehen.
Und den
‚Sonnenschein‘.
Das alles hat mir ein ‚Lächeln‘ aufs Gesicht gemalt.
Als ich meinen Kaffeebecher leer getrunken hatte, war ich voller ‚Energie‘.
Und ich war mir sicher: ich werde auch in dieser Woche genug
‚Ausdauer‘ haben.
Als ich den Becher gerade in die Spülmaschine stellen wollte, fiel mein Blick noch einmal auf das Wort ‚Himmel‘, aus dem Wunsch: ‚Von Herzen für dich: blauen Himmel‘.
Von Herzen für dich: Himmel!‘ dachte ich da, und merkte, wie ‚Freude‘ in mir aufstieg.
Und dann fiel mir natürlich eine Strophe aus dem Gesangbuch ein:
Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr; meine Seele singe du, bring‘ auch jetzt dein Lob herzu‘.
Leise und voller ‚Glück‘ sang ich die Strophe des Liedes vor mich hin und dachte dabei:
Manchmal zeugen noch ganz andere Dinge von des Schöpfers Ehr:
Zum Beispiel dieser Kaffeebecher.‘

Beate Gärtner, Schwerhörgenseelsorgerin