Beate Gärtner, Schwerhörigenseelsorgerin
Der Wecker klingelt. Ich stehe auf und gehe ins Bad: erst unter die Dusche, dann die Zähne putzen und schließlich die Haare föhnen. Dann mache ich die Hörgeräte rein. Ding, Dang, Dong, Dung … Dann bin ich online. Seltsam. Warum hört sich das so dumpf an? Sind etwa die Hörgeräte kaputt? Ich nehme sie aus den Ohren, öffne beide Batteriefächer, schließe sie wieder und stecke die Hörgeräte erneut in die Ohren. Ding, Dang, Dong, Dung … Ich bin online. Nee, es hört sich immer noch genauso dumpf an! Also nehme ich die Hörgeräte ein zweites Mal aus den Ohren und lege sie auf ein Tuch. Dann nehme ich meine Brille ab – ohne sehe ich in der Nähe nämlich besser – und begutachte das Ganze. Schnell ist der Schuldige gefunden. Ohrenschmalz. Oder soll ich lieber den lateinischen Begriff verwenden, damit es nicht so peinlich ist?! ‚Cerumen‘ heißt der. Ich mache erst mal auf Latein weiter: Das Cerumen ist diese fettige, gelb-bräunliche Absonderung des äußeren Gehörgangs, die aus Talg, Schweiß, Staub, Härchen und abgestorbenen Hautzellen besteht. Hört sich erst einmal nicht so angenehm an. Aber jetzt geht‘s weiter: Es erfüllt wichtige Schutzfunktionen: Es reinigt das Ohr, hält die Haut geschmeidig und wehrt Bakterien sowie Insekten ab. Und jetzt weiter auf Deutsch: Ohrenschmalz ist also überhaupt nicht peinlich, sondern sinnvoll und notwendig! Nur in oder auf meinen Hörgeräten hat er nichts zu suchen! Deshalb ist jetzt nach der Körperpflege die Hörgerätepflege angesagt. Dazu benötige ich die abgebildeten Werkzeuge und ein Kosmetiktuch. Mit dem Kosmetiktuch reibe ich zunächst das Ohrenschmalz von den Ohrstücken. Dann führe ich das ganz links abgebildete Werkzeug in die Belüftungsschlitze der Ohrstücke und reinige auch die. Dazu könnte ich aber auch das in der Mitte abgebildete, gebogene Werkzeug benutzen, mit dem ich bei meinen vorherigen Hörgeräten die Luftleitungen zwischen Hörgeräten und Ohrstücken gereinigt habe. Schließlich begutachte ich die Cerumenfilter. Sind sie frei? Oder verstopft? Kann ich sie noch reinigen? Oder muss ich sie austauschen? Hätte ich mich für Reinigen entschieden, hätte ich dazu die kleine Metallschleife benutzt, die sich am unteren Ende des Bürstchens befindet. Damit hätte ich das Ohrenschmalz dann vorsichtig aus den Filtern gehoben. Ich entscheide mich aber für Austausch. Dazu benutze ich das kleine, graue Werkzeug rechts. Das hat unten einen freien Stecker und oben einen, auf dem sich der neue, weiße Filter befindet. Mit dem freien Stecker ziehe ich den alten Filter heraus. Dann stecke ich den Stecker mit dem neuen Filter in die entstandene Lücke und drücke ihn fest hinein. Das mache ich bei beiden Ohrenstücken, und damit bin ich mit der Pflege auch schon fertig.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, ob ich gar kein Reinigungsmittel für Hörgeräte benutze? In der Tat mache ich das nur äußerst selten. Aber warum? Es ist nur ein Bauchgefühl. Ich möchte nicht so gerne die Reste vom Reinigungsmittel in meinem Gehörgängen haben. Dazu sind die zu empfindlich. Und ein klitzekleiner Hauch von Ohrenschmalz hilft ihnen wahrscheinlich mehr, als das er ihnen schadet. Wie das Ganze dann nach der Pflege aussieht, könnt ihr selbst begutachten …
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