Take me to the Magic of the moment
Nun ist es bereits über acht Wochen her, dass ich an der Hüfte operiert wurde, und inzwischen merke ich, dass alles viel länger dauert. Ich weiß auch gerade nicht, ob das Ergebnis tatsächlich so wird, wie erhofft. Wie? Das hört sich ja überhaupt nicht ermunternd an! Was hat das hier also zu suchen? Ermunternd ist für mich alles, was in den letzten Wochen dann doch wieder ging und auch weiterhin geht. Zum Beispiel Fahrradfahren. Erst auf dem Ergometer. Und weil ich das langweilig fand, weil ich dabei ja nicht von der Stelle kam, habe ich angefangen, währenddessen Podcasts zu hören. Und zwar mit meinem Mobiltelefon und über meine Hörgeräte direkt in die Ohren. Etwas später bin ich zu Musik übergegangen. Natürlich auch mit meinem Mobiltelefon und über meine Hörgeräte direkt in die Ohren. Und dabei habe ich mich an ein Lied erinnert, das ein Welthit war, als ich gerade mal 27 Jahre zählte: Ich hatte gerade mein 1. Examen in der Tasche und wartete auf mein Vikariat. Ich war also frei, und ich war beweglich in allen Gliedern und gut hörend. Ich weiß es noch genau, wie sich das damals anfühlte, dieses Lied zu hören und seinen Beginn mitzupfeifen und den Refrain mitzusingen:
Take me to the magic of the moment
On the glory night
Where the children of tomorrow
Dream away
In the wind of change.
Es fühlte sich an, als sei ich selbst eines dieser „Kinder von morgen“: Glücklich und frei und unbeschwert! Ich habe mir dieses Lied sofort auf mein Mobiltelefon geladen, und es wieder und wieder gehört. Natürlich über meine Hörgeräte, also in für meine Ohren bester akustischer Qualität. Und es hat mich umgehauen! 35 Jahre später! Meine Schmerzen waren wie weggeblasen von diesem Wind of Change! Dann habe ich es gewagt. Ich bin auf mein Fahrrad gestiegen und in die wunderbare Natur gefahren mit ihren maifrischen Blättern überall am Wegesrand. Dabei habe ich dieses Lied gehört. Und wieder habe ich den Wind of Change gespürt, aber dieses Mal noch intensiver. Das fühlte sich fast so an, als hätte mich etwas verspätet nun doch noch der Geist von Pfingsten angeweht.Na ja, jedenfalls habe ich mich auf meinem Rad und in der Natur und mit diesem Lied in den Ohren fast wieder so wie mit 27 Jahren gefühlt: Unbeschwert und frei und glücklich und eben wie eines der „Kinder von morgen“. Ich bin glücklich und – auch Gott – unglaublich dankbar, dass es dieses Lied, mein Fahrrad und vor allem meine Hörgeräte gibt! Denn alle diese Dinge nehmen mich mit in die Magie eines Augenblicks, in dem alles nicht so Ermunternde von Herrlichem überstrahlt wird!
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