Warum überträgt mein Hörgerät so viele Nebengeräusche?

Vieles von dem, was Sie als Nebengeräusche wahrnehmen, sind Alltagsgeräusche, die sie früher gehört haben und jetzt, mit dem Hörgerät, wieder hören. Nur mit dem Unterschied, dass Sie früher wussten, um welche Geräusche es sich handelt und heute erstmal nicht mehr.

Warum? Kinder lernen Geräusche zu deuten. Hört ein Kind ein neues Geräusch, schaut es sich so lange um, bis es weiß, woher das Geräusch kommt und was das ist. Dann wird ein Hörbild im Gehirn angelegt. Hört das Kind das Geräusch später wieder, kennt es das, es braucht es nicht mehr zu sehen. Diese Hörbilder werden aber abgebaut, wenn die dazugehörigen Geräusche nicht mehr gehört werden können. Das Hörgerät überträgt jetzt diese Geräusche wieder, aber das Gehirn sagt: Ich kann damit nichts anfangen, da gibt es kein Hörbild dazu. 

Hörbilder können neu aufgebaut werden, wenn Sie Ihr Hörgerät regelmäßig tragen. Sie können das unterstützen, indem Sie z.B.:

  • sich die Zeitung oder einen anderen Text laut vorlesen (sie wissen dann, was Sie hören und wie es klingt)
  • bewusst auf Geräusche achten (das Ticken der Uhr, das Tropfen des Wasserhahns, das Zwitschern eines Vogels vor dem Fenster …)
  • Geräusche selbst erzeugen und hören, wie es klingt
  • für technikaffine Menschen: im Internet gibt es auch kostenlose Hörtrainings-Programme, einfach mal danach suchen

Schwerhörigenseelsorge

Ca. 16 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig, also rund jede 5. Person. Das reicht von leichtgradig schwerhörig über eine mittelgradige Schwerhörigkeit bis hin zur völligen Ertaubung. Allen diesen Menschen gemeinsam ist, dass sie fast ausschließlich lautsprachlich kommunizieren. Die Gebärdensprache gehörloser Menschen ist ihnen fremd.

Wir haben viele Antworten für Sie gesammelt und stellen Ihnen diese Informationen auf unserer Website zur Verfügung.