Sie kennen sicher die Redewendung: „Ich verstehe nur Bahnhof“. Gemeint ist: ich höre zwar, was du sagst, erkenne aber den Sinn darin nicht.
Es kann aber auch bedeuten: ich verstehe akustisch nicht, was du sagst. So, wie auf dem Bahnhof, wo Durchsagen manchmal auch für Guthörende nicht verständlich sind. Dieses zweite, akustische Problem, haben schwerhörige Menschen. Sie hören zwar, verstehen aber nicht.
Zwei Problemkreise machen das Verstehen für schwerhörige Menschen schwer
Einmal ihre Schwerhörigkeit selbst. Da bestimmte Tonhöhen ausfallen, andere aber ganz normal gehört werden, kommt ein Gemisch von verstanden und nicht verstandenen Buchstaben und Lauten bei ihnen an. Sie sind darauf angewiesen, zu kombinieren, was gesagt wurde. Das ist anstrengend und Verhörfehler sind dabei unvermeidlich.
Aber mit Schwerhörigkeit geht normalerweise auch der Verlust des Richtungshörens einher. In lauten Umgebungen, wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen, oder in halligen Räumen kann zusätzlich nicht mehr unterschieden werden zwischen dem, was ich hören möchte und den Nebengeräuschen. Verstehen ist hier relativ schnell nicht mehr
möglich. Der schwerhörige Mensch ist „draußen“.