Schwerhörige und ertaubte Menschen gelten oft als eigensinnig, eigenbrötlerisch, schwierig, langweilig oder anstrengend. Dieses Bild entsteht, weil die Ursachen ihrer Reaktionen und Verhaltensweisen oft nicht bekannt sind. So werden schwerhörige und ertaubte Menschen häufig in ungerechter, kränkender und diskriminierender Weise be- und verurteilt. Nicht selten fördert und verstärkt das gerade die Verhaltensweisen, die den Schwerhörigen vorgehalten werden.
Wer allerdings um die massiven psychischen Belastungen weiß, die mit einer Hörschädigung einhergehen, wird die Betroffenen, ihre Reaktionen und Verhaltensweisen besser verstehen und das eine oder andere Vorurteil abbauen können – und vielleicht erleichtert dies etwas das Miteinander von Guthörenden und Schwerhörigen bzw. Ertaubten.
Bei einer Hörschädigung werden akustische Reize – Umweltgeräusche, Signale und Sprache – nicht richtig oder gar nicht wahrgenommen. Das bedeutet, dass schwerhörige und ertaubte Menschen in jeder Situation beeinträchtigt sind, in der Geräusche, Töne, Laute eine Rolle spielen.