Viele Kirchen sind mit ausgezeichnet funktionierenden Lautsprecheranlagen ausgestattet, in die viel Geld investiert wurde. Dennoch wundern sich Pfarrer und Mesner immer wieder, wenn Schwerhörige sich beschweren, sie würden im Gottesdienst nicht viel verstehen.
Hochwertige Lautsprecher sind für eine gute Akustik wichtig. Bei Schwerhörigen jedoch können sie bestenfalls unter Idealbedingungen das Verstehen verbessern. Die gibt es aber fast nur im eigenen Zuhause. Räume und Gebäude in der Öffentlichkeit hingegen, und ganz besonders Kirchen, sind weitab vom Idealzustand. Hier kommt eine mehr oder weniger geballte Ladung an Störgeräuschen (Hall, Echo, menschlich erzeugte Nebengeräusche) zusammen, die sich nicht immer vermeiden lassen. In Kirchen sind, baulich bedingt und durchaus beabsichtigt, Hall und Echo besonders ausgeprägt, um dem Wort des Pfarrers oder der Orgelmusik mehr Volumen und Resonanz zu verleihen. Dies macht eben jenes akustische Erlebnis aus, welches Kirchgänger mit dem Gottesdienst verbinden und schätzen.
Nichtschwerhörige können auch unter diesen Bedingungen gut verstehen. Schwerhörige Menschen aber haben durch ihre Hörschädigung weitgehend die Fähigkeit verloren, Stör- und Nutzschall auseinanderzuhalten. Sie erleben also im Normalfall in der Kirche einen weitgehend amorphen Klangbrei, welcher ihnen das Zuhören schwermacht und das Verstehen mitunter unmöglich.
Da kämpfen Lautsprecher, unabhängig von der Bauform, der Qualität und der Preislage, auf verlorenem Posten. Weder können sie Störgeräusche eliminieren (sie regen sie vielmehr noch an) noch den Abstand zwischen Nutz- und Störschall vergrößern. Um eine Veranstaltung oder einen Veranstaltungsort für Schwerhörige barrierefrei zu machen, bedarf es spezieller Technik.