Weil Hörgeräte in lauter Umgebung oft nicht helfen. Guthörende Menschen können sehr genau unterscheiden, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Schwerhörigen Menschen fällt dies schwer. Ihr Richtungshören ist stark eingeschränkt bis nicht mehr vorhanden. Das Richtungshören dient dazu, um Hall und Nebengeräusche auszublenden oder zu reduzieren.
Das Gehirn kann z.B. entscheiden, was die interessante Schallquelle ist (Nutzschall) und was bloß störende Nebengeräusche sind (Störschall). Ein guthörender Mensch kann so seinem Gegenüber zuhören, selbst wenn der Störschall doppelt so laut ist. Das Gehirn macht einfach das Gespräch lauter und den Störschall leiser. Das ist eine reine Gehirnleistung! Dazu braucht es aber die Informationen, was aus welcher Richtung kommt. Fehlen diese Informationen, kann Störschall nicht mehr reduziert werden. Schwerhörige hören einen Schallbrei, wenn mehrerer Menschen gleichzeitig reden. Besonders das Verstehen eines Vortrages/ Predigt wird durch Hall, Echo oder auch quietschende Bänke erschwert.
Im Nahbereich können gute Richtmikrofone am Hörgerät helfen. Nicht aber bei Kirche oder Saal. Die Predigt oder der Vortrag gehen in den Störgeräuschen unter. Lautsprecher verschlimmern oftmals das Problem für schwerhörige Menschen. Sie verstärken nicht nur das Gesagte, sondern erzeugen auch noch zusätzlichen Hall. Daher muss das techisch gelöst werden, was normalerweise das menschliche Gehirn durch das Richtungshören übernimmt. Und das geht so: Eine Höranlage überträgt nur das, was ins Mikrofon gelangt (Nutzschall), direkt in die Hörgeräte. Der Störschall bleibt weitestgehend außen vor.